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"Ohne Mampf kein Kampf"

10.08.2017 08:10 -

Ein Berricht der Rheinzeitung:

Kreis Neuwied

Ohne Mampf kein Kampf: Wie Wehren im Kreis Neuwied sich im Einsatz verpflegen

Michael Fenstermacher 09.08.2017, 16:04 Uhrzuletzt aktualisiert: vor 5 Stunden

Während in einem Großteil der Haushalte im Kreis Neuwied werktags irgendwann zwischen 18 und 20 Uhr das Abendbrot auf den Tisch kommt, kann sich eine Personengruppe niemals ganz sicher sein, dass nun endlich Feierabend ist....

....Feuerwehrleute, teils auch Einsatzkräfte von THW und DRK, müssen damit rechnen, dass genau jetzt der Piepser losgeht und sie zu einem Einsatz ausrücken müssen – und der kann schlimmstenfalls sogar die ganze Nacht dauern. Doch abgesehen vom Schlafmangel: Wie wird sichergestellt, dass Wehrleute und Co. bei ihrem Einsatz für die Allgemeinheit ausreichend mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt werden? Die RZ hat sich bei den Wehren im Kreis umgehört.
 
Um ihre Verpflegung im Einsatz kümmern sich die Feuerwehreinheiten im Kreis Neuwied in der Regel selbst.
Foto: dpa
„Ohne Mampf kein Kampf“: Auf diese griffige Formel bringen sowohl Neuwieds Wehrleiter Kai Jost als auch sein Linzer Amtskollege Thomas Nelles die hohe Bedeutung einer ausreichenden Verpflegung ihrer Truppe. „Und ohne Mampf auch keine Motivation“, fügt Nelles hinzu. Denn schließlich sei die Tätigkeit – oft genug bei hohen Temperaturen in der Brandbekämpfung und unter Atemschutz – reichlich kräftezehrend. „Die Kosten sind dabei vergleichsweise überschaubar“, meint der Wehrleiter der Verbandsgemeinde.
Zwischen Rhein und Siebengebirge wird daher an einer Neuerung gearbeitet: „Zukünftig soll bei längeren Einsätzen ein Fahrzeug mit rausfahren, in dem eine Wärmestation installiert ist“, erklärt Nelles. Direkt am Einsatzort könnten so Kaffee gekocht, Würstchen warmgehalten oder Konservensuppen erhitzt werden. Eine provisorische Lösung, mit der dies eingeschränkt möglich sei, gebe es schon jetzt. Bei Einsätzen, die weniger Personalstärke erfordern und von den örtlichen Wehren weitgehend selbstständig abgedeckt werden, würden sich diese aber meist selbst um ihre Verpflegung kümmern, fügt Thomas Nelles hinzu.
Ähnlich sieht es in der Verbandsgemeinde Asbach aus, berichtet Wehrleiter Arnold Schücke. „Bei uns in den Orten kennt man sich ja noch“, praktisch er und erklärt, dass fast jede Einheit ihren Stammmetzger und -bäcker an der Hand habe, der auch nachts aufsteht, um die Kameraden mit Lebensmitteln zu versorgen. „Meist gibt es dann das klassische Feuerwehrschnitzel“, berichtet Schücke, so bezeichnen die Wehrleute ein Brötchen mit Fleischwurst. Bei einem der größten Einsätze der vergangenen Jahre, dem Brand der Sporthalle in Neustadt, habe sich jedoch die Ortsgemeinde um die Verpflegung gekümmert.
Pragmatisch geht man das Thema laut Wehrleiter Kai Jost auch bei der Feuerwehr Neuwied an, einen eigenen Zuständigen für die Verpflegung gebe es nicht. In den Stadtteilen der Deichstadt kennen die Einheiten ebenfalls die Telefonnummern von Einzelhändlern, die kurzfristig Lebensmittel aushändigen, erzählt er. „Kaffee wird dann teilweise in den Feuerwehrhäusern gekocht und rausgefahren“, erläutert Jost.
Bei größeren Einsatzlagen kann im Übrigen auch das Rote Kreuz die Versorgung übernehmen. Unterschieden werde dabei zwischen den Aufgaben Betreuung und Verpflegung, für die es jeweils Schnelleinsatzgruppen (SEG) gibt, erklärt Sachbearbeiterin Jennifer Wunsch, die beim DRK-Kreisverband Neuwied für den Katastrophenschutz zuständig ist. Eine eigene SEG Verpflegung, die mit Feldküchen im Katastrophenfall auch die Zivilbevölkerung versorgt, gibt es im Kreis Neuwied aber nicht mehr. Weil sie nur sehr selten angefordert wurde, ist sie zu Jahresbeginn mit der SEG im Rhein-Lahn-Kreis zusammengelegt worden. Von Bad Ems aus wird nun der Kreis Neuwied materiell und personell mitversorgt, so Wunsch. „Wenn eine Versorgung mit belegten Brötchen und Getränken ausreichend ist, übernimmt das die SEG Betreuung“, berichtet sie. Der letzte Notalleinsatz der SEG Verpflegung im Kreis Neuwied liege schon elf Jahre zurück: Als 2006 die Mülldeponie in Linkenbach brannte, wurden Feuerwehrleute, THW-Kräfte und auch Polizisten vom Roten Kreuz mit warmem Essen bekocht.
Von unserem Redakteur
Michael Fenstermacher

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