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DRK Rengsdorf: Seit 100 Jahren im Einsatz

08.03.2017 23:13 -

Chronik Der Ortsverein feiert runden Geburtstag

Rengsdorf. Ob Bereitschafts- oder Sanitätsdienste bei Festivals und Volksfesten, ob Rettung aus unwegsamem Gelände oder Blutspendeveranstaltungen und ...

... „Essen auf Rädern“: Die Aktivitäten des Deutschen Roten Kreuzes sind vielfältig. Seit 100 Jahren in der Region aktiv ist der Rengsdorfer Ortsverein. Ein Blick zurück.

Seinen Anfang nahm die Geschichte des Rengsdorfer DRK-Ortsverbands in den Kriegswirren des Jahres 1917, gegründet wurde damals der „Vaterländische Frauenverein“, eine Unterorganisation des DRK-Verbands Neuwied. „Die patriotisch gesinnten Mitglieder des Vereins hatten sich die Aufgabe gestellt, die Not der Kriegszeit in der Bevölkerung zu lindern. Sie leisteten aber auch Hilfs- und Pflegedienste in Lazaretten und Krankenhäusern“, heißt es in der Chronik, die der Ortsverband anlässlich seines 100. Geburtstags erarbeitet hat. Diese Hilfs- und Sanitätsdienste machten auch in den folgenden zehn Jahren die Arbeit des Vereins aus. Im Jahre 1927 schließlich versammelte der nach 25-jähriger Dienstzeit im Sanitätswesen der Marine in seine Heimat zurückgekehrte Peter Richtmann die Rengsdorfer zur Gründung einer Sanitätskolonne. In Fritz Henkel, zu dieser Zeit bereits wohnhaft in Rengsdorf, hatte die Kolonne auch einen potenten Förderer. Noch im Jahr der Gründung wurde aus der Sanitätskolonne der eigenständige DRK-Ortsverband Rengsdorf.

Stellte anfangs noch der Kommerzienrat Henkel die Mittel für die Dienstkleidung zur Verfügung, konnten die Aktiven bald die rudimentäre Ausstattung aus Mitgliedsbeiträgen bezahlen. Ein jähes Ende bereitete dem Aufschwung 1933 das NS-Regime, das das gesamte DRK gleichschaltete. Ob in Form eines „weiblichen Bereitschaftszugs“ oder als Betreiber von Notlazaretten: Seine Aktivitäten stellte das DRK während des Zweiten Weltkriegs aber nicht ein.

Dazu bedurfte es des Verbots durch die Besatzungsmächte nach Kriegsende. Ein Verbot vorübergehender Natur: 1948 nahm der Rengsdorfer Ortsverband seine Aktivitäten wieder auf – eng verbunden mit dem Namen Julius Runkel. Mit der ihm eigenen Überzeugungskraft habe er es verstanden, ehemalige Mitglieder zu aktivieren und junge Kräfte zu gewinnen, blicken die DRK-Chronisten zurück.

Danach entwickelte sich der Ortsverband zu einer festen Größe im Rengsdorfer Land – unter anderem dank des ersten Aufrufs zur freiwilligen Blutspende 1963. Genau 20 Jahre später rief der Verein den Mahlzeitendienst „Essen auf Rädern“ ins Leben, er versorgt Menschen, die sich nicht mehr selbst versorgen können, im Bereich Rengsdorf, Puderbach, Dierdorf und Neuwied mit Essen. 1988 wurde der mobile soziale Hilfsdienst gegründet, seit mehr als 20 Jahren gibt es die Jugendrotkreuz-Gruppe.

Und heute? Der Rengsdorfer Ortsverein zählt zu einem der mitgliederstärksten im Kreis. Seit 2015 ist Horst Hachenberg der Erste Vorsitzende des Vereins. Eine der Fragen, vor der seine DRKler stehen, können sie selbst dabei kaum beeinflussen. Es geht um ihr Domizil. Da die Verwaltung nach der Fusion mit Waldbreitbach mehr Platz braucht, könnte es eng werden im Rengsdorfer Rathaus, dem derzeitigen Zuhause des DRK. Eine Option wären Räumlichkeiten in dem Feuerwehrhaus, das zwischen Straßenhaus und Oberraden gebaut werden soll. Der Entscheidung sieht man beim DRK gelassen entgegen, versichert Hachenberg. Mehr Sorge bereitet den Aktiven, dass auch das DRK von einer Entwicklung nicht verschont bleibt, die viele Vereine betrifft: Es gibt immer weniger Ehrenamtliche. „Das ist ein gesellschaftliches Problem“, hat Ingo Lehmann, Leiter der DRK-Bergwacht, erkannt. „Egal, ob Feuerwehr oder DRK: Wir spüren den wachsenden Egoismus.“

Dass eine Mitgliedschaft im DRK zur Leidenschaft werden kann, das zeigt das Beispiel dreier langjähriger DRKler. Der heutige Vorsitzende trat vor mehr als 40 Jahren dem DRK bei. „Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, mich in einem Verein im Dienste der Allgemeinheit zu engagieren“, sagt Hachenberg. Sabine Wessel-Freund, seit 1987 beim DRK, hatte „schon immer Spaß, anderen zu helfen“. Seit Jahren ist sie aktives Mitglied des Mahlzeitendiensts. Schon beim Jugend-DRK entdeckt, „dass der Dienst am Menschen mir Spaß macht“, hat Ingo Lehmann, seit 1989 beim DRK. Wenn in Zukunft der ein oder andere aus ähnlichen Gründen DRK-Mitglied werden sollte, hätte man in Rengsdorf sicher nichts dagegen. obi

RZ Kreis Neuwied vom Mittwoch, 8. März 2017, Seite 14

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