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DRK hat neues Jugendhilfeprojekt aufgebaut

09.12.2015 08:58 -

Soziales „Aktion Mensch“ sorgt für die Anschubfinanzierung des Hilfsangebots

Von unserem Redakteur Frank Blum

M Kreis Neuwied. Junge Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen zu unterstützen – das ist eines der Ziele ...

... Ziele des Bereichs Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (Kijufa) im DRK-Kreisverband Neuwied. Die Organisation ist mit diesem Angebot neu auf dem Markt, kann sich aber über finanzielle Aufbauhilfe freuen: Die „Aktion Mensch“ fördert das Projekt mit knapp 250 000 Euro (die RZ berichtete). Seit nun zwei Monaten ist die Koordinierungsstelle für Inklusion und Integration von jungen Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen aktiv. Die RZ sprach mit den Verantwortlichen über die ersten Erfahrungen.

DRK-Geschäftsführer Karl-Heinz Pieper erläutert, dass trotz der Förderung ein Restrisiko bleibe. Denn die Unterstützung der „Aktion Mensch“ ist auf vier Jahre angelegt, zudem muss der DRK-Kreisverband, der das Projekt Anfang des Jahres aus eigenem Antrieb in die Wege geleitet hat, rund 50 000 Euro hinzuschießen. Erkleckliche Summen, die sich erst durch eine Vielzahl zu betreuender Jugendlicher ausgleichen lassen. Doch die enge Zusammenarbeit mit den Jugend- und Sozialämtern von Kreis und Stadt gibt Anlass zu Optimismus.

DRK-Geschäftsführer Karl-Heinz Pieper weiß das neue Projekt bei Katja Quade (rechts) und Manuela Raffauf (links) in guten Händen. Foto: Frank Blum


Und die ersten beiden Monate sind nach Ansicht der Fachleute sehr zufriedenstellend verlaufen. Katja Quade, die das Projekt federführend betreut, ist eine seit vielen Jahren in der Jugend- und auch der Seniorenarbeit tätige Sozialarbeiterin, die zudem examinierte Pflegekraft ist. Sie kennt die Praxis also aus dem Effeff. Ihr Ziel ist es zunächst, das Angebot vor allem an den Schulen bekannt zu machen. Dabei wird sie von Manuela Raffauf unterstützt, die sich um die bürokratischen Angelegenheiten kümmert und auf eine lange Erfahrung im Gesundheitssektor zurückblicken kann.

Angesichts steigender Fallzahlen von auffällig werdenden Kindern und Jugendlichen gehen die DRK-Experten davon aus, dass sie nach Abschluss des ersten Jahres rund zehn Fälle betreuen werden, wobei sie sich vor allem um Autisten kümmern wollen. Momentan liegen sie voll im Soll. Bereits drei junge Menschen haben sie unter ihre Fittiche genommen. Anfragen kommen mittlerweile sogar schon aus den Nachbarkreisen.

„Wir bieten den Schulen und damit auch den Eltern Informationsabende an, auf denen wir unsere Angebote, wie Unterrichts- oder Schulwegbegleitung vorstellen“, erläutert Quade, die auch schon für die Lebenshilfe tätig war. Die DRK-Kijufa-Abteilung ist für eine Erstberatung zuständig, übernimmt aber natürlich auch die weitere Betreuung, wenn die Eltern das wollen. Dann kommen die Integrationshelfer ins Spiel. Sie begleiten die Kinder und Jugendlichen im Alltag und sorgen dafür, dass diese möglichst störungsfrei am gesellschaftlichen Leben mitwirken können. „Unsere Hilfen sind der individuellen Situation angepasst, wir wollen Defizite aufarbeiten und ausgleichen sowie Ressourcen aktivieren“, umschreibt Quade den Arbeitsauftrag.

Zehn Integrationshelfer, keine Fachkräfte, sondern speziell für ihre Aufgabe geschulte Personen mit fachspezifischen Vorkenntnissen, hat das DRK schon auf seiner Liste. Quade koordiniert deren Einsätze. „Die Integrationshelfer müssen hohe Normen erfüllen“, stellt Pieper klar, „damit wir dem betroffenen Kind einen vernünftigen Rahmen bieten können.“ So ist für den März kommenden Jahres bereits eine ADHS-/Autismusschulung geplant. Vor allem um Autisten will sich das DRK kümmern, in schweren Fällen kommt dabei natürlich Fachpersonal zum Zuge.

Katja Quade weiß: „Viele Eltern kämpfen darum, dass die Diagnose Autismus von den Behörden anerkannt wird. Auf die Betroffenen kommen dann allerdings steigende Kosten für die Betreuung zu.“ Langfristig will der DRK-Kreisverband seine Angebote für die Jugend- und Familienhilfe ausbauen. „Das ist eine satzungsgemäße Aufgabe“, hebt Pieper hervor. „Wir sind jedenfalls gut aufgestellt und stehen auch für die Unterstützung von Flüchtlingskindern bereit.“



Z Wer sich für eine Tätigkeit als Integrationshelfer interessiert, meldet sich beim DRK-Kreisverband unter Telefonnummer 02631/ 944 827 oder der E-Mail-Adresse info@kv-nr.drk.de
 
RZ Linz, Neuwied vom Montag, 7. Dezember 2015, Seite 19

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