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Altkleider aus dem Kreis gehen auf Weltreise

06.06.2013 20:32 -

Spende Einmal in der Woche werden die 90 Container des DRK geleert – Weg führt von Koblenz über Sachsen-Anhalt nach Asien und Afrika

M Kreis Neuwied. Bis zu 90 von ihnen haben ihren Standort im gesamten Kreis: Sammelcontainer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für Altkleider. Aber was passiert eigentlich ...

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mit den ausgedienten Hosen und Jacken, nachdem sie im Innern des Containers verschwunden sind? Die RZ hat beim DRK einmal nachgefragt.

„Einmal wöchentlich entleert eine Tochterfirma des Landesverbandes des DRK die Sammelcontainer in der Stadt und im Kreis Neuwied“, sagt Karl-Heinz Pieper, Kreisgeschäftsführer des DRK. Die Kleidung wird auf Lkws verladen und nach Koblenz gefahren. Dort holt ein Transportunternehmen im Auftrag der Verwertungsfirma die Ware ab und bringt sie nach Wolfen bei Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Nach einer mehrstündigen Fahrt erfolgt dort die Sortierung.

„Die Ware wird unterteilt in drei verschiedene Cremes.“ Dieser Begriff steht für die jeweilige Qualität, wobei die dritte laut Pieper eher die Kategorie „Putzlappen“ umfasst. „Entschieden wird nach der Beschaffenheit der Stücke.“ Die geschulten Augen und Hände der Mitarbeiter sortieren und verteilen die Ware in Körbe. Dann machen sich die ausgedienten Kleidungsstücke auf die Reise zu bedürftigen Menschen nach Afrika, Asien oder Osteuropa.

Das DRK erhält von der Verwertungsfirma 30 Cent pro Kilogramm. „Brutto“, wie Pieper betont. „Davon bleiben uns am Ende schließlich 8 bis 9 Cent.“ Insgesamt passen 250 Kilogramm an Kleidung in einen Container. 2012 stand dank der Spenden ein Erlös von rund 20 000 Euro für den Wohlfahrtsverband zu Buche. „Das Geld ist für satzungsgemäße Aufgaben wie beispielsweise Jugendarbeit bestimmt“, so Pieper.

Der DRK-Kreisgeschäftsführer hat aber schon andere Zeiten erlebt. Vor zwei Jahren lag der Kilopreis bei 16 Cent. „Damals brach der Kleidermarkt zusammen.“ Seit eineinhalb Jahren seien die Marktpreise stabil. Demnach scheint für private Unternehmen und sogar für Kommunen der Verkauf von Altkleidern im Augenblick ein lukratives Geschäft zu sein. Denn aufgrund des Kreislaufwirtschaftsgesetzes kann die Verwaltung entscheiden, ob öffentliche Stellplätze für Container zu gewerblichen Zwecken ausgeschrieben werden. „Einige Kommunen im Land spielen mit dem Gedanken“, so Pieper. Die Kreisverwaltung verfolgt aber keine derartigen Pläne. „Wir wissen dieses ehrenamtliche Engagement zu schätzen“, sagt Pressesprecher Jürgen Opgenoorth.

Über die Jahre hat das DRK im Kreis bei der Altkleidersammlung die Vorreiterrolle eingenommen. Bei der Caritas findet das Geschäft „nur marginal“ statt, wie Geschäftsführer Rudolf Düber mitteilt. Nach seinem Kenntnisstand verfügt der Verband nur über einen Altkleidercontainer. Neben den Containern bietet das DRK vier Kleiderkammern, die Caritas mit dem Secondhandladen Carla eine weitere Einrichtung an.

„2012 erhielten rund 1000 Personen etwa 8000 Tonnen Kleidung“, sagt Pieper über die Kammern. Die Erlöse aus dem Verkauf bei Carla werden für soziale Zwecke der Caritas verwendet, vor allem zur Förderung benachteiligter Kindern.Carsten Liebfried

RZ Linz, Neuwied vom Donnerstag, 6. Juni 2013, Seite 19

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